Volle Köpfe – leere Hände.
Wir entlassen Jahr für Jahr junge Menschen aus unserem „Bildungssystem“, das mehr Dressur als Bildung ist. Sie können Fachbegriffe herunterrattern, Normen erfüllen, Tests bestehen. Aber die meisten haben nie gelernt, ihre eigene Wirklichkeit zu sehen, Verantwortung zu übernehmen, kreativ zu denken und frei zu handeln.
Das ist kein Vorwurf an Lehrer, Studenten oder Schüler.
Das ist mein Befund: Wir haben Lernfabriken gebaut, wo eigentlich Erfahrungsräume gebraucht werden. Räum, in denen Denken, Fühlen und Handeln zusammenkommen. Räum, in denen man nicht nur „aufs Leben vorbereitet“ wird, sondern Leben übt.
Stattdessen üben wir:
– pünktlich sein
– abliefern
– gehorchen
– vergleichen
– gewinnen, was es auch kosten mag
Bildung heißt nicht Befüllen. Bildung heißt Erinnern.
Erinnern an das eigene Denken. Erinnern an die Fähigkeit, zu fühlen, zu hinterfragen, zu gestalten. Solange wir das nicht in die Mitte stellen, üben wir Gehorsam statt Freiheit. Und verschenken das größte Potenzial der Menschen, die aus diesem „System“ entlassen werden.
Die gute Nachricht: Wir alle können Freiräume schaffen. Als Eltern. Als Lehrkräfte. Als Mentoren. Als Begleiter. Als Menschen, die sich trauen, Kindern und Erwachsenen vorzuleben, wie selbstwirksames Leben aussieht.
FREIsicht heißt: nicht länger darauf warten, dass „das System“ sich ändert, sondern jetzt Räume öffnen, in denen Lernen wieder Erinnern wird.
„Bildung ohne Erinnerung ist nur Dressur.
Erinnerung ohne Bildung ist nur Sehnsucht.
Erst beides zusammen macht freie, moralisch handelnde Menschen.“



