Du kennst ihn.
Diesen winzigen Augenblick, in dem du spürst: „Das bin ich gerade nicht.“
Und trotzdem gehst du drüber.
Du lächelst, obwohl dir nach Nein zumute ist.
Du sagst „Alles gut“, obwohl in dir ein Sturm tobt.
Du nickst, obwohl du innerlich längst ausgestiegen bist.
Das war der Moment.
Der Moment, in dem du dich verleugnet hast.
Und vielleicht hast du ihn nicht mal bemerkt.
Was „sich verleugnen“ wirklich heißt
Selbstverleugnung ist kein großer Verrat an dir selbst mit Fanfaren und Drama.
Es ist der kleine, leise Bruch mit deiner eigenen Wahrheit – unscheinbar, schnell, oft mit der Ausrede „Es war ja nur eine Kleinigkeit“.
In der FREIsicht bedeutet Selbstverleugnung: Du setzt deine Energie gegen dich selbst ein. Dumm.
Du verlässt für einen Moment den Platz in deinem eigenen Feld und betrittst das Spielfeld eines anderen – nach dessen Regeln.
5 unscheinbare Momente der Selbstverleugnung
1. Du sagst Ja, obwohl Du Nein meinst.
Weil du „keinen Ärger machen“ willst.
2. Du schweigst, obwohl du innerlich schreist.
Weil du gelernt hast, dass Ruhe „reifer“ wirkt.
3. Du lobst, obwohl du zweifelst.
Weil du Angst hast, dass die Wahrheit unbequem wird.
4. Du stimmst zu, nur um dazuzugehören.
Weil Ausgrenzung sich bedrohlich anfühlt.
5. Du verharmlost, obwohl es dich verletzt.
Weil du glaubst, es sei „nicht so schlimm“.
Jeder dieser Momente frisst ein Stück deiner Integrität – oft, ohne dass du es bewusst wahrnimmst.
Warum wir es nicht merken
Das Ego ist ein Meister der Ausreden:
„Es war nicht der richtige Zeitpunkt.“
„Das hätte die Stimmung ruiniert.“
„Das bringt doch eh nichts.“
Alles Bullshit.
Hinter all dem steckt ein Schutzprogramm – trainiert aus Harmoniebedürfnis, Angst vor Ablehnung oder schlicht Gewohnheit.
In Wirklichkeit überlässt du in diesen Momenten die Spielzüge auf deinem Feld jemand anderem.
Der Preis der Verleugnung
Selbstverleugnung kostet Energie.
Sie macht dein Feld inkohärent.
Und vor allem: Du verlierst das Vertrauen in dich selbst.
Denn wenn du dich oft genug verleugnest, fängst du an, deiner eigenen Lüge zu glauben.
Und dann wird es gefährlich – weil du nicht mehr merkst, dass es eine Lüge ist.
FREIsicht-Reflexion
- Wann hast du dich das letzte Mal verleugnet?
- War es wirklich für den anderen – oder für dein Ego?
- Was wäre passiert, wenn du bei deiner Wahrheit geblieben wärst?
Abschlussimpuls
Mach den Test:
Erkenne 7 Tage lang jeden Moment, in dem du dich verleugnen würdest – und handle bewusst anders.
Nicht lauter, nicht aggressiver, nicht dramatischer.
Einfach wahrhaftiger.
Denn jeder Moment, in dem du dich nicht verleugnest,
ist ein Moment, in dem du dein eigenes Feld stärkst –
und das spürt jeder, der dir begegnet.



